Degiro Erfahrungen & Test

Degiro

Degiro ist ein in den Niederlanden ansässiger Discount-Broker. Die Mission des Unternehmens lautet "Großkunden-Handelspreise auch für Privatanleger". Neben echten Basiswerten wie Aktien, ETFs, Anleihen und Fonds können auch derivative Finanzprodukte getradet werden. CFDs gibt es nicht mehr.

Disclaimer: Geld anlegen kann sich finanziell lohnen, aber es ist nicht ohne Risiko. Sie können (einen Teil) Ihre(r) Einlage verlieren.

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Zusammengefasst

  • Der Test ergab 8/10 Punkten (Gut). Unsere Erfahrung war durchwegs positiv.
  • Das Depot ist kostenlos. Es werden zwei Kontotypen angeboten: Im Standard-Profil sind die Handelsgebühren eine Spur günstiger, dafür werden Kundengelder und Aktien verliehen. Im Custody-Profil fallen etwas höhere Gebühren an, dafür gibt es keine Geld- und Wertpapierverleihe seitens Degiro.
  • Xetra-Aktien sind ab € 2,00 + 0,018% vom Ordervolumen erhältlich. Amerikanische Aktien können oft bereits ab € 0,50 + $ 0,004 je Aktie pro order gekauft werden.
  • Da Degiro keine Niederlassung in Deutschland oder Österreich hat, müssen sich Anleger selbst um die Steuerabwicklung kümmern, was recht kompliziert werden kann.

Über Degiro

Bei Degiro handelt es sich um einen niederländischen Broker mit Sitz in Amsterdam. Das Unternehmen existiert seit dem Jahr 2008, als sich fünf ehemalige Beschäftigte der Binck Bank zu dem Schritt entschlossen. Seit dem Jahr 2013 können Kunden in inzwischen 18 europäischen Ländern bei Degiro handeln. Nach Angaben des Brokers gab es Anfang 2019 insgesamt 358.000 Kunden bei den Niederländern mit ihren 250 Mitarbeitern. Den Focus richtet das Unternehmen nach eigenen Angaben auf ein Brokerage zu Großhandelspreisen für Trader.

Im Geschäftsjahr 2018 machte der Broker einen Umsatz von 54.722.550 und steigerte diesen damit um ein Drittel im Vergleich zu 2017. Auch die Zahl der Transaktionen legte von 2017 auf 2018 deutlich zu: um 39 Prozent auf 17.410.940. Zudem konnte Degiro bereits mehrfach in Tests sehr gut abschneiden. Ob nun Handelsblatt, Euro am Sonntag oder ntv – mehrere Medien kürten Degiro bei Tests von Online-Broker zu ihren jeweiligen Testsiegern. Wie sich der Broker aktuell darstellt, zeigen wir nachfolgend in unserem ausführlichen Erfahrungsbericht.

Das Portfolio von Degiro

Einer der wichtigsten Punkte ist natürlich das Angebot eines Online-Brokers. Bei Degiro können Sie mit

  • Aktien
  • Anleihen
  • Währungen
  • Futures
  • Fonds
  • Optionen und Optionsscheine
  • CFDs (Edit: werden nicht mehr angeboten)
  • ETCs
  • ETFs und
  • Zertifikaten

handeln.

Der Blick auf die Details zeigt auf, dass Sie für alle genannten Produkte Zugang zu mehr als 50 Börsen bei Degiro haben. In Deutschland auf den Handelsplätzen XETRA, der Frankfurter Börse und der Zertifikate-Börse in Frankfurt handeln können. Zudem steht Ihnen der Handel an der European Exchange, die meist nur in ihrer Kurzform Eurex bekannten Terminbörse für Finanzderivate, zur Verfügung. Weitere Handelsmöglichkeiten an anderen deutschen Börsen finden sich nicht vor.

Darüber hinaus können Sie ferner an zahlreichen weiteren europäischen Handelsbörsen wie der Euronext in Amsterdam, Brüssel, Paris und Lissabon, der OMX Helsinki, der Börse Oslo oder der Athens Stock Exchange handeln. Zum Zeitpunkt der Erstellung unseres Erfahrungsberichts konnten wir allerdings an der Istanbul Stock Exchange keine neuen Positionen eröffnen. Darüber hinaus stehen auch internationale Handelsplätze in Amerika und Asien zur Verfügung. Nicht im Angebot hat Degiro Direkthandelspartner.

Bei allen im Portfolio vorhandenen Produkten sind tagesgültige Order, unbefristete Order, Limit Order und Market Order verfügbar. Zudem gibt es teilweise die Optionen Stop Loss, Stop Limit, Trailing Stop Loss. Die meisten der Kurse der europäischen Börsen gibt es für die Anleger dabei in Realtime. In Sachen Fonds hält Degiro gut 4.000 Optionen parat, wobei aber ein Handel mit der KAG direkt nicht möglich ist. Somit ist ein Ordern von nicht börsennotierten Fonds nicht möglich.

Die Investmentfonds können Sie also ausschließlich über die jeweiligen Börsen kaufen, nicht wie bei anderen Brokern direkt bei den Investmentgesellschaften. Somit gibt es von Degiro auch keine rabattierten Ausgabeaufschläge. Immerhin aber stehen zahlreiche ETFs zur Verfügung. Diese können Sie sogar teilweise ohne anfallende Gebühren ordern. Um welche ETFs es sich dabei handelt? Hier gibt es ständig Veränderungen, sodass Sie dies stets auf der Seite des Brokers im Auge behalten sollten. Einmal im Monat gibt es die ETFs gebührenfrei. Wenn Sie aber über eine Investitionssumme von über 1.000 Euro pro ETF verfügen, gibt es keine Stückzahlen im Monat, die kostenlos sind.

Die Konteneröffnung

Die Konteneröffnung bei dem Broker Degiro ist recht einfach. Denn hier gibt es weder ein PostIdent-Verfahren, noch ein VideoIdent-System. Stattdessen erfolgt die Identifizierung über die erste Überweisung des Kunden. Weitere Voraussetzung: Das Referenzkonto muss sich innerhalb der Europäischen Union befinden.

Bei der Eröffnung selbst müssen Sie lediglich ein Online-Formular ausfüllen. Hier gilt es, persönliche Angaben zu machen und die Anschrift anzugeben. Während der Kontoeröffnung erfolgt dann per Sofortüberweisung über Klarna die Bestätigung der Identität. Hier reicht übrigens bereits die Überweisung von nur einem Cent. Natürlich macht es aber mehr Sinn, mehr Geld zu überweisen, um sofort mit dem Handel starten zu können. Maximal können Sie bei der ersten Einzahlung 250 Euro überweisen. Grundsätzlich können Sie auf Ihr Depot per Klarna oder regulärer Banküberweisung einzahlen, für die Auszahlung steht nur die Banküberweisung zur Verfügung.

Die Gebühren bei Degiro

Der Blick auf die Gebühren ist stets ein wichtiger Punkt. Bei Degiro finden sich eine Reihe von Gebühren auf der Preisliste. Was sich aber nicht findet, sind Kosten für die Depot- und Kontoführung, Orderlimits, Orderstreichungen, Auszahlungen von Dividenden oder Teilausführungen. All dies ist nämlich bei Degiro kostenlos. Auch die weiteren Gebühren liegen doch deutlich unter dem, was andere Broker an Gebühren nehmen.

Dennoch aber gibt es natürlich eine Reihe von Gebühren. So müssen Sie beim Handel deutscher XETRA-Aktien eine Basisprovision von 2 Euro plus 0,018% des Transaktionsvolumens zahlen, inklusive aller Fremdgebühren. Der maximale Betrag ist hierbei 30 Euro. Wenn Sie also beispielsweise eine Online-Order über eine DAX-Aktie im XETRA-Handel über 8.000 Euro tätigen, dann werden 2 Euro plus eine Gebühr von 2,08 Euro fällig, also insgesamt 4,08 Euro. Beim Handel weiterer Aktien in Frankfurt sind 7,50 Euro plus eine Transaktionsgebühr von 0,098 Prozent fällig. Zertifikate in Frankfurt kosten 2,00 Euro plus 0,118%.

Bei den ausländischen Aktien gibt es unterschiedliche Gebühren je nach Land. So kostet die Online-Order in den USA 0,50 Euro plus 0,004 US-Dollar pro Aktie. Für den Handel in den meisten europäischen Ländern zahlen Sie 4,00 Euro plus eine Volumenabhängige Gebühr von 0,018% bis maximal 60 Euro. CFDs (nicht mehr im Angebot seit April 2020) in Italien wiederum kosten 4 Euro plus 0,158%, wobei auch hier die Höchstgebühr 60 Euro beträgt. In Polen sind es 5 Euro plus 0,168%. In Griechenland, der Türkei, Ungarn und Tschechien sind es hingegen 10 Euro plus 0,168 Prozent. Weitere Gebühren:

  • Kanada: 2,00 € + 0,01 CAD je Aktie
  • Australien, Hongkong1, Japan, Singapur: 10,00 € + 0,068 %.

Beim Handel von ETFs sind weltweit 2 Euro plus eine Transaktionsgebühr von 0,038 Prozent fällig. Investmentfonds von FundShare und Morgan Stanley sind kostenlos. Beim Euronext Fund Service sind 7,50 Euro fällig plus 0,1 Prozent sowie eine zusätzliche Servicegebühr von 0,2 %. Börsennotierte Investmentfonds kosten hingegen 7,50 Euro plus 0,1 Prozent. Auch alle weiteren Kosten für beispielsweise Anleihen oder Optionen sind nach diesem Muster gestaffelt. Dabei veröffentlicht Degiro die jeweiligen Kosten transparent auf seiner Webseite.

Die Handelsmöglichkeiten bei Degiro

Bei Degiro nutzen Sie einen Webtrader, der kostenlos zur Verfügung steht. Diese Plattform können Sie am Desktop, Tablet und Smartphone einsetzen. Dabei handelt es sich um eine intuitive, aber umfassende Plattform. Im Webtrader stehen unter anderem eine schnelle Ordereingabe und Realtime-Kurse zur Verfügung.

Bei Degiro können Sie Orders als Betrag platzieren. Das heißt, Sie können außer der Stückzahl auch bequem Geldbeträge für Ihre Orders eingeben. Der Vorteil hierbei ist, dass kein gesondertes Umrechnen mit anderen Währungen notwendig ist. Über das System können Sie den genauen Betrag konvertieren. Auch für CFDs (nicht mehr im Angebot seit April 2020) gibt es keine spezielle Software, diese handeln Sie ebenso über den Webtrader.

Sämtliche Order-Varianten, sowie Echtzeitkurse und Börsennachrichten können Sie zudem über die mobile App für Smartphones und Tablet in Anspruch nehmen. Im Gegensatz zu anderen Anbietern gibt es aber bei Degiro kein Demokonto, das Sie vorab testen können – weder am Desktop, noch in der App. Zudem steht auch eine telefonische Orderdesk an Wochentagen zwischen 8 und 22 zur Verfügung.

Der Kundenservice von Degiro

Kunden von Degiro können auf mehrere Arten mit dem niederländischen Broker in Kontakt treten. Dies ist per E-Mail, Telefon und Brief möglich. Ebenso ist Degiro auf Facebook und Twitter vertreten. Darüber hinaus gibt es einen FAQ-Bereich bei dem Anbieter. Dahingegen fehlen Schulungsangebote, Seminare oder Webinare im Angebot des Online-Brokers. Vermutlich verzichtet das Unternehmen auf diese Angebote, um die niedrigen Transaktionen halten zu können.

Wir haben den Kundenservice drei Mal auf verschiedenen Wegen getestet und erhielten jeweils recht schnell Antwort. Besonders erfreulich dabei: wir erhielten nicht nur sehr freundliche Antworten, sondern auch inhaltlich korrekte.

Sicherheit und Seriosität

Ebenfalls von Bedeutung bei einem Broker ist natürlich das Thema Sicherheit und Seriosität. Die Seriosität eines Brokers ist unter anderem über die Einlagensicherung definiert. In der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken ist Degiro kein Mitglied. Der Broker unterliegt nämlich der niederländischen Regulierungsbehörde. Bei Wertpapieren und Einlagen handelt es sich demnach um Sondervermögen. Somit erfolgt der Schutz nach niederländischen Richtlinien.

Genau hier liegt das Hauptproblem bei Degiro. Denn nach niederländischem Recht handelt es sich bei Degiro eben nicht um eine Bank, sondern um ein Investmentunternehmen. Deswegen sind Einlagen auch nicht wie üblich bis 100.000 Euro, sondern nur mit 20.000 Euro pro Kunde abgesichert. Außerdem müssen Anleger dabei auch bedenken, dass die Kapitalertragsteuer nicht automatisch abgeführt wird.

Alle Vorteile und Nachteile von Degiro im Überblick

Vorteile:

  • Keine Depotgebühren
  • Keine Kosten für Verrechnungskonto
  • Sehr niedrige Ordergebühren
  • Umfangreiches Portfolio
  • Sofortüberweisung per Klarna möglich
  • Echtzeitkurse kostenfrei
  • Weltweiter Handel möglich
  • Kauf vieler ETFs kostenlos
  • Intuitive Handelsplattform

Nachteile:

  • Einlagensicherung nur bis 20.000 Euro
  • Kein außerbörslicher Handel steht zur Verfügung
  • In Deutschland nur Handel bei Xetra und in Frankfurt
  • Kein Direktkauf von Fonds bei den Investmentgesellschaften
  • Keine Sparpläne

Kontaktdaten

Unternehmen Name:
DEGIRO BV
Adresse Adresse:
Amstelplein 1, Rembrandt Tower - 9. Stock, 1096 HA Amsterdam, Niederlande
E-Mail E-Mail:
kundenservice@degiro.de

Fazit zu Degiro


Degiro Website

Mit Degiro steht insbesondere Vieltradern eine interessante Variante zur Verfügung. Aber auch Kleinanleger sollten vor allem mit Blick auf die erstklassige Kostenstruktur über einen Handel bei Degiro denken. Da das Unternehmen in den Niederlanden beheimatet ist, müssen Sie aber darauf achten, dass hier das niederländische Gesetz zum Tragen kommt, was sich insbesondere auf die Einlagensicherung auswirkt. Denn wenn Sie mehr als 20.000 Euro anlegen, gehen Sie ein Risiko ein, da es sich hier nicht um eine Bank handelt, sondern um eine Investmentgesellschaft. Ebenso müssen Sie bedenken, dass Sie in Deutschland nur auf den Märkten XETRA, Frankfurt und EUREX handeln können. So können Sie nur bis 20 Uhr handeln, während die Börse Stuttgart beispielsweise bis 22 Uhr geöffnet hat. Auf der anderen Seite stehen aber natürlich zahlreiche ausländische Handelsplätze zur Verfügung. Ebenso beachten müssen Sie, dass es keinen Direkthandel gibt.

Risikohinweis

CFDs sind komplexe Finanzinstrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. 80,6% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Du solltest dir überlegen, ob du verstehst, wie CFDs funktionieren und ob du es dir leisten kannst, das hohe Risiko einzugehen, dein Geld zu verlieren.

Quellen

[0] Eigene Erfahrung
[1] https://www.degiro.de/
[2] https://en.wikipedia.org/wiki/Degiro
Erklärung für das * Sternchen: Unter bestimmten Voraussetzungen kann bei erfolgreicher Vermittlung eine Vermittlungsprovision vom jeweiligen Anbieter ausgezahlt werden. So kannst du uns ohne Nachteile für dich unterstützen und wir können im Gegenzug kostenlose Inhalte für dich produzieren.
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1 Erfahrungsberichte zu diesem Anbieter
  1. 0.7
    mangelnde Kommunikotion

    Leider bin ich, was die Kommunikation mit DEGIRO anbelangt, so gar nicht zufrieden. Seit Wochen versuche ich Degiro davon in Kenntnis zu setzen, dass ich mit einen Aktie in meinem Depot nicht handeln kann. Es ist mir nicht möglich diese Aktie im Depot zu aktualisieren oder gar zu verkaufen. Reaktion von Degiro " es gäbe viele Anfragen und ich sollte mich gedulden"
    Inakzeptablen!

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