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Was ist und wie funktioniert Finanzplanung?

Zuletzt Aktualisiert: 16. April 2021

Zusammengefasst


  • Mit einem Finanzplan gehst du das Management deiner Finanzen strategisch an und verschaffst dir einen √úberblick.
  • Nicht nur f√ľr Unternehmen oder Gro√üverdiener eignet sich eine Finanzplanung. Erst recht davon profitieren Menschen mit kleinerem Budget.
  • Ohne Bestandsaufnahme geht es nicht: Checke Einnahmen, Ausgaben und Ziele.
  • Bevor du dein Geld anlegst, beseitige zuerst deine Schulden, denn sie kosten zu viel.
  • Suche nach M√∂glichkeiten, deine Einnahmen zu erh√∂hen und die Ausgaben zu senken.
  • Spare auf die kreative Art, ganz nebenher mit Methoden, die Spa√ü machen.

Finanzplanung

Hinweis: Bei den Informationen auf dieser Seite handelt es sich um keine Anlageberatung. Informiere dich immer auch selbstständig, bevor du am Finanzmarkt aktiv wirst und/oder nehme eine professionelle Beratung in Anspruch. Anlageentscheidungen werden auf eigene Gefahr und eigene Verantwortung getroffen. Dein Kapital ist auf Finanzmärkten immer einem Verlustrisiko ausgesetzt.

Kennst du das auch? Sp√§testens in der Monatsmitte schwindet das Guthaben auf deinem Girokonto sichtlich. Was eben noch f√ľr den n√§chsten Urlaub zu reichen schien, erlaubt nun nicht einmal ein entspanntes Leben bis zum Monatsende. Eine Situation, die dir ziemlich bekannt vorkommt.

Klar ist, dass du ohne einen Finanzplan immer wieder in den Kreislauf aus Lohn oder Gehalt und Abz√ľgen wie Miete, Versicherungen, Telefon und Strom kommst. Du kannst nichts ansparen und deine Ziele nicht erreichen.

Dagegen gibt es ein nicht ganz einfaches, aber f√ľr jeden erreichbares Mittel: die Finanzplanung.

[lwptoc]

Was ist ein Finanzplan?

Ein Finanzplan ist ein Mix aus Bestandsaufnahme und strategischer Planung.

In einem Finanzplan legst du Einnahmen und Ausgaben, Gewinne, Zinsertr√§ge, Steuern, Geb√ľhren, laufende und unregelm√§√üige Kosten und deine finanziellen Ziele offen.

Und dazu brauchst du kein gro√ües Einkommen zu haben. Ob gro√ües oder kleines Finanzpolster‚ÄĒwenn du alle Zahlen, Daten und geplanten Investitionen aufgeschrieben hast, wirst du einige Aha-Effekte erleben.

Erstaunlich beispielsweise, wie viel Geld man in Technik oder Kleidung investiert, welche Kosten das Eigenheim verursacht oder die Finanzierung und der Unterhalt der Familienautos.

Willst du das Beste aus deinem Geld machen, kommst du um einen Finanzplan nicht herum. Du erh√§ltst einen √úberblick √ľber Investitionen und Ausgaben w√§hrend eines gr√∂√üeren Zeitraums und kannst die n√§chsten Schritte bis zu deinem Ziel planen.

Step by Step zur Finanzplanung

1.     Schritt: Status quo

Am Anfang deiner Finanzplanung solltest du dir einen √úberblick √ľber die aktuelle Situation verschaffen.

Liste alle fixen Einnahmen und Ausgaben auf, die du √ľber den Monat hast. Deine Kontoausz√ľge helfen dir dabei.

Zus√§tzlich solltest du analysieren, wo dein Bargeld bleibt. F√ľhre ein Haushaltsbuch f√ľr alle Ausgaben, die du bar bestreitest.

Wenn es dir gen√ľgt, kannst du auch pauschal mit einem Budget rechnen, dass du monatlich f√ľr Barausgaben abhebst. Dann musst du nicht jeden Caf√© Latte aufschreiben.

Bleibt unterm Strich ein Guthaben oder machst du Verluste?

Haben deine Einnahmen auch am Monatsende noch die Oberhand, kannst du deine Ziele direkt angehen.

Bleiben dagegen nur Verluste, solltest du aktiv gegensteuern.

2.     Schritt: In welche Themen fließt dein Geld?

Bevor du Maßnahmen und Ziele planst, steht Detailarbeit an. Du solltest deine größten Geldfresser kennen.

Wie und wann gibst du am meisten Geld aus?

Sind es Investitionen in Freizeitaktivitäten, den privaten Fuhrpark oder in die Immobilie?

Schau genau hin, wo das Geld bleibt, vor allem bei wiederkehrenden kleineren Beträgen.

Wenn du wei√üt, wohin dein Geld flie√üt, kannst du Strategien f√ľr Sparma√ünahmen und die Verm√∂gensbildung ableiten.

3.     Schritt: Welche Ziele hast du?

Welche Ziele kommen dir spontan in den Sinn, wenn du an Geld denkst?

Schwebt dir die finanzielle Sicherheit mit einem m√∂glichst fr√ľhzeitigen Abschied vom Berufsleben vor?

Oder möchtest du Waschmaschine und Auto reparieren lassen?

Willst du deinen Kindern ein Konto f√ľr Ausbildung und den Start ins Leben einrichten?

Soll es das Wohnmobil f√ľr die ganze Familie werden?

Oder willst du dich selbstst√§ndig machen und dein lang ersehntes eigenes Unternehmen gr√ľnden? Dann hilft es, wenn du aus deinen Kapitaleink√ľnften sch√∂pfen kannst.

Wenn du deine Ziele nicht aus dem Stand benennen kannst, stell dir dein Leben in Zeitattappen vor: in 5, 10, 15 Jahren beispielsweise.

Diese Vorstellung gibt dir eine klare Richtung vor. Die Meilensteine daf√ľr ergeben sich dann von selbst.

4.     Schritt: Einnahmen erhöhen

Die einfachste Variante, um Geld sparen und investieren zu k√∂nnen, ist, deine Einnahmen zu steigern. Daf√ľr gibt es mehr M√∂glichkeiten, als man annimmt:

  • Frage deinen Chef nach einer Gehaltserh√∂hung, wenn die letzte Anhebung bereits l√§nger zur√ľckliegt
  • Erkl√§re dein Interesse an weiterf√ľhrenden Aufgaben und Qualifizierungsma√ünahmen
  • Informiere dich, ob im Unternehmen andere Positionen frei sind, die deiner Kompetenz entsprechen und h√∂her bezahlt werden
  • Ist es wom√∂glich Zeit, das Unternehmen zu wechseln?
  • Kannst du einen Zweitjob annehmen?
  • Kann dein Partner, deine Partnerin ebenfalls arbeiten?

5.     Schritt: Ausgaben reduzieren

Noch effektiver, als mehr einzunehmen ist es, weniger auszugeben. Um die gleiche Summe netto zur Verf√ľgung zu haben, musst du fast doppelt so viel verdienen. Da lohnen sich Sparma√ünahmen.

Die beste davon wird meist vergessen: die schnellstmögliche Tilgung deiner Schulden. Kredit- und Verzugszinsen fressen ansonsten unnötigerweise deine Barmittel auf.

Um gar nicht erst in die Situation zu kommen, einen teuren Dispokredit zu nutzen oder sonstige Schulden aufzubauen, empfiehlt es sich, einen Notgroschen anzulegen. F√ľr Extraausgaben solltest du ca. 3¬†bis¬†6¬†Monatsgeh√§lter angespart haben.

Dar√ľber hinaus kannst du deine Ausgaben mit diesen Ideen verringern:

  • Reduziere deine Lebenshaltungskosten durch geplantes Einkaufen und gezielter Suche nach Angeboten. Gehe nie hungrig einkaufen.
  • Kontrolliere einmal j√§hrlich alle Versicherungs-, Strom- und Telefonvertr√§ge mit Vergleich der Kosten. Vor allem die Kosten f√ľr DSL, Internet und Handy oder die Kfz-Versicherung lassen sich effektiv reduzieren.
  • Stromkosten kannst du nicht nur √ľber den Vertrag verringern, sondern auch √ľber deine Verbraucher. Entsorge alle alten Gl√ľhbirnen und √ľberlege, ob du alte K√ľchenger√§te nicht austauschen solltest.
  • √úberpr√ľfe deine Ausgaben f√ľr Hobbys oder Tiere. Kannst du deine Futtermarke f√ľr Hund und Katze wechseln? L√§sst sich bei der Tier-Haftpflichtversicherung Geld sparen?
  • Muss es drei Mal im Jahr die neueste Smartwatch sein? Gibt es einen g√ľnstigeren Fitness- oder Golfklub?
  • Kannst du Kosten f√ľr Auto und Motorrad sparen? F√§hrst du eher √ľbersichtliche Strecken, sodass sich ein steuersparender Benziner besser als ein Dieselfahrzeug eignet?

Lohnt sich ein Motorrad, das du nur selten am Wochenende oder im Urlaub nutzt? Sprit lässt sich ganz leicht sparen, indem du das Auto öfter stehen lässt und dein Fahrrad nutzt.

  • Muss es die kostspielige Flugreise mit der Familie sein? Probiere mal etwas anderes aus, dass weniger aufwendig und teuer ist. Ein Ferienhaus am See, den Urlaub auf dem Bauernhof oder die Fahrt mit dem Wohnmobil k√∂nnen interessante Alternativen sein.

6.¬†¬†¬†¬† Schritt: Welche Zusch√ľsse zahlt der Arbeitgeber?

Hast du dich schon mal informiert, welche Zusch√ľsse der Arbeitgeber zahlt?

Neben den verm√∂genswirksamen Leistungen bieten viele Chefs Gruppenunfallversicherungen, Essens- und Kindergartenzusch√ľsse, Jobtickets, berufliche Altersversorgung und Fahrtkostenerstattung.

Falls es die von dir pr√§ferierte Unterst√ľtzung noch nicht gibt, sprich deinen Arbeitgeber an. Vor allem auf Zusch√ľsse zur Altersvorsorge solltest du nicht verzichten.

7.     Schritt: Mit Investitionen Sicherheit aufbauen

Schon mit kleinsten Investitionen machst du den ersten Schritt zum Aufbau eines Verm√∂gens. Beispielsweise kannst du bereits Betr√§ge von 30.‚ÄĒ¬†EUR pro Monat in einen Indexfonds einzahlen.

Auch deine Altersvorsorge lässt sich schon mit kleinen Beträgen aufstocken. Dabei solltest du in die betriebliche und private Altersvorsorge gleichermaßen investieren. Lass dich hierzu am besten durch einen Experten oder die Verbraucherzentrale beraten.

Sorge f√ľr eine Abdeckung existenzieller Risiken, beispielsweise mit einer Berufsunf√§higkeitsversicherung oder einer Risikolebensversicherung.

Finanzplanung to go‚ÄĒBargeld oder Girocard?

Die Coronapandemie gibt den Ma√üstab vor, kontaktloses Bezahlen ist Pflicht. Daher er√ľbrigt sich fast die Frage, ob du im Rahmen deiner Finanzplanung eher bar oder mit der Girocard (fr√ľher als EC-Karte bekannt) bezahlen solltest.

Letztlich entscheidet dein Gef√ľhl, was du bevorzugst. Aber du solltest auch Vor- und Nachteile kennen:

Wenn du lieber kontaktlos und schnell mit der Girocard bezahlst, siehst du jede Ausgabe am n√§chsten oder √ľbern√§chsten Tag als Buchung auf dem Girokonto. Bis dahin k√∂nnen sich jedoch schon einige Ausgaben angesammelt haben.

Hebst du ein bestimmtes Budget f√ľr die Haushaltskasse ab, siehst du, wie es nach jeder Ausgabe dahinschmilzt. Vorausgesetzt, du hast dir einen Maximalbetrag gesetzt, kann dir dieser sichtbare Schwund beim Sparen helfen.

Wenn du mit deiner Finanzplanung startest, empfiehlt es sich, Barausgaben 4¬†Wochen lang zu notieren. Auch wenn es m√ľhsam ist, fehlt dir ansonsten bei Cash der konkrete √úberblick.

Wie sparen trotz Negativzinsen?

Du fragst dich nicht nur, wie du sparen sollst, sondern auch wozu? Schließlich gibt es auf das Sparbuch kaum noch Zinsen.

Aber schon unsere Großeltern wussten, dass auch kleinste Summen sich im Sparstrumpf oder der ausgedienten Kaffeedose lohnten.

Das ist heute kaum anders. Statt Sparstrumpf suchst du dir ein Tagesgeldkonto und sparst dir einen Notgroschen an, den du f√ľr die Rollladenreparatur oder die neue Waschmaschine nutzen kannst.

Wie du sparst, ist deine Entscheidung. Hier ein paar kreative Ideen, wie aus Kleingeld fast nebenbei ein ganzer Urlaub werden kann:

  • F√ľr Praktiker: Nimm eine bauchige Rotweinflasche und wirf jedes Euro- oder Zwei-Euro-St√ľck hinein, das du entbehren kannst. Oder sammle 5-Euro-Scheine. Auf diese Weise kommt schnell eine erstaunliche Summe zusammen.
  • Das Wochensparen ist noch erstaunlicher: Du sparst jede Woche √ľber das ganze Jahr hindurch den doppelten Betrag der letzten Woche.

In der ersten Kalenderwoche ist es ein magerer Euro, in der zweiten Woche schon 2 Euro und so weiter. Am Jahresende hast du erstaunliche 1.378 Euro angespart.

  • Wer etwas langfristiger denkt, aber trotzdem flexibel sein will, kann eine bestimmte Summe monatlich in den Fondssparplan einzahlen. Hier kann die Besparung jederzeit ge√§ndert oder vor√ľbergehend eingestellt werden.
  • F√ľr Strategen: Lege einen bestimmten Prozentsatz fest, den du monatlich sparst und auf ein Tagesgeldkonto oder einen ETF √ľberweist. Dazu reichen bereits 2¬†% oder 3¬†% von deinem Nettoeinkommen.

Fazit: Von einer guten Finanzplanung profitiert jeder

Eine Finanzplanung? Das brauchen doch nur Unternehmen oder Millionäre. Falsch! Gerade mit kleinerem Budget profitierst du von einer durchdachten Finanzplanung.

Vorbei sind die Zeiten, in denen du deine Ausgaben situativ nach dem Blick in den Geldbeutel entschieden hast.

Jetzt planst du kleine und gr√∂√üere Anschaffungen, legst dein Geld kurz-, mittel- und langfristig und sorgst f√ľr Risiken und ungeplante Ereignisse vor.

So bist du vor Altersarmut und √úberschuldung gesch√ľtzt.

Kurz: Du hast deine Finanzen unter Kontrolle.

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Dieser Artikel wurde erstmals am 16. April 2021 veröffentlicht und am 16. April 2021 aktualisiert.
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