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Was ist die Blockchain und wie funktioniert sie?


Martin Fiedler

Zuletzt Aktualisiert: 31. July 2020

Zusammengefasst


Eine¬†Blockchain ist ein dezentrales Register, welches einen Eintrag nach dem anderen protokolliert und durch Kryptografie (Verschl√ľsselung) sichert. Das ‚ÄěBlock‚Äú in Blockchain bedeutet, dass jeder Eintrag (oder auch eine bestimmte Menge an Eintr√§gen) zu einem Block zusammengefasst und mit einem Hash (Pr√ľfsumme) versehen wird. Daraus ergibt sich eine fortlaufende Kette an Blocks mit Hashwerten, welche in Abh√§ngigkeit zueinander stehen. W√ľrde nun jemand versuchen, auch nur die kleinste Kleinigkeit in der Vergangenheit zu √§ndern, w√ľrde die Pr√ľfsumme nicht mehr √ľbereinstimmen. Somit ist die Blockchain vor Manipulation sicher. Obwohl durch Bitcoin bekannt geworden, gibt es f√ľr Blockchains vielf√§ltige Anwendungsbereiche abseits von Kryptow√§hrungen¬†in der Wirtschaft und dem traditionellen Finanzwesen.

  • Eine Blockchain ist eine mit Zeitstempel versehene Kette an Eintr√§gen.
  • Es ben√∂tigt keine zentrale Partei, die die Blockchain kontrolliert. Das Netzwerk kontrolliert sich selbst.
  • Die Daten einer Blockchain sind immer auf dem aktuellen Stand, es gibt somit keine veralteten Datens√§tze.
  • Der allererste Block einer Blockchain nennt sich "Genesis-Block".
  • Die Blockchain verbindet Dezentralit√§t mit Transparenz und (Manipulations-)Sicherheit.
  • Wichtigste Anwendungsbereiche sind u.A.: Finanztransaktionen, Lieferkettenverfolgung, B√∂rsenhandel und Wahlen.
  • Die h√§ufigsten Blockchain-Programmiersprachen sind C++ und Java.[1]
[lwptoc]

Was ist die Blockchain?

Die Blockchain (deutsch: "Blockkette") ist eine Variante eines Distributed Ledgers (auf mehrere Computer verteilte Speicher). Obwohl das Konzept der Blockchain bereits 1991 Gegenstand von Forschungen[2] war, wurde es erst durch das Aufkommen von Bitcoin seitens der Person oder Gruppe "Satoshi Nakamoto" im Jahr 2009 einer breiten Masse bekannt.

Andere Formen von Distributed Ledgern und gleichzeitig auch der größte Konkurrent der Blockchain ist der sogenannte "Hashgraph" welcher bei IOTA verwendet wird und ohne Blockketten auskommt.

Die einfachste Art, sich eine Blockchain vorzustellen, ist, den Vergleich mit einem Excel-Sheet zu ziehen. In einem Excel wird in der Regel ein Eintrag nach dem anderen festgehalten.

Genau das Gleiche passiert auch¬† in einer Blockchain. Zus√§tzlich h√§lt sich diese jedoch immer auf dem¬†neusten Stand, ist auf¬†vielen tausenden Computern gespeichert¬†und¬†√ľberwacht sich dabei gegenseitig auf √Ąnderungen.

Die einzelnen Einträge können dabei Finanztransaktionen, Wahleinträge, Lieferketten in der Wirtschaft oder sonstige Daten sein.

Bei Lieferketten k√∂nnte beispielsweise genauestens zur√ľckverfolgt werden, welchen Weg ein bestimmtes Lebensmittel genommen hat, bis es im Supermarkt im Regal zu finden ist.

Das Wort "Block" und Kette darf nicht ganz w√∂rtlich genommen werden. Da wir uns im digitalen Bereich befinden, steht "Block" einfach f√ľr einen Datensatz und "Chain" f√ľr eine √∂ffentlich einsehbare Datenbank.

Wenn wir das Beispiel einer Bitcoin-Blockchain nehmen, besteht diese aus drei Teilnehmern[1]:

Gruppe von NutzernUser

Die Nutzer (auch "Light Nodes") machen den größten Anteil an einer Blockchain aus. Sie nutzen diese, haben aber ansonsten keine Aufgabe.

 


Verbund von NotesNodes

Die Nodes ("Full-Nodes") senden und empfangen Daten und Informationen der User, pr√ľfen diese und speichern die gesamte Blockchain, um Dezentralit√§t sicherzustellen.

 


MinerMiner

Miner sind diejenigen, die Transaktionen verifizieren und Konsensus ("√úbereinstimmung") erzeugen. Dieser Prozess ist auch als "Mining" bekannt.

 

Was Blockchains so besonders macht

Die zwei wirklich disruptiven Eigenschaften der Blockchain ist das obsolet werden des "Mittelmanns" sowie die Übertragung einer bestimmten Information von Person A zu Person B.

Nimmt man als Beispiel das traditionelle Bankensystem, so braucht es eine Person in der Mitte, welche eine Transaktion annimmt, bestätigt und weiterleitet.

Mit einer Blockchain f√§llt dies Weg und wird stattdessen von Computern √ľbernommen.

Die drei Grundkomponenten der Blockchain

Die Blockchain wird oft als besonders innovativ angesehen, was jedoch nur teilweise stimmt. Die verwendeten Technologien sind nicht neu. Was jedoch neu ist, ist die Kombination dieser zu einem sicheren und funktionierendem System.

Im Kern besteht die Blockchain aus drei großen Komponenten:

Private Key

Keys ("Schl√ľssel"): Es gibt einen √∂ffentlichen (Public Key) sowie privaten Schl√ľssel (Private Key). Wer den Private Key h√§lt, hat die Macht √ľber sein "Schlie√üfach" in der Blockchain.¬† Die Kombination aus Public- und Private Key ergibt die¬†digitale Signatur, welches vom Netzwerk gesehen und verifiziert werden kann. Es ist auf der anderen Seite aber nicht m√∂glich, den Private Key "zur√ľckzurechnen" und somit zu erraten.

Nodes

Ein¬†dezentrales Netzwerk an Computern, welche f√ľr die √úberwachung der Transaktionen zust√§ndig sind und gemeinsam daf√ľr sorgen, dass Manipulation so gut wie unm√∂glich wird.

Ledger

Die letzte gro√üe Komponente ist der "Ledger". Der Ledger ist die gro√üe Datenbank, welche auf jedem einzelnen Computer des Netzwerks gespeichert ist und fortlaufend aktualisiert¬†wird. Versucht ein einzelner Computer oder auch Hacker eine der Datenbanken zu √§ndern, w√ľrde dies sofort vom restlichen Netzwerk als Manipulation erkannt werden.

Was genau beinhaltet ein "Block"?

Ein einzelner Block auf der Blockchain besteht im Grunde aus drei Dingen:

Hauptbuch

WAS? Grundsätzliche Daten wie zum Beispiel Uhrzeit, Datum, Betrag einer Überweisung, ...

Gruppe an Teilnehmern

WER?¬†Informationen √ľber die teilnehmenden Personen ("wer √ľberweist zu wem?"). Meist wird dabei jedoch nicht auf den tats√§chlichen Namen zur√ľckgegriffen, sondern eine Art einzigartigen "Benutzernamen" erstellt.

Transaktion mit Hash

HASH: Der Hash ist ein individueller Code, welcher jedem Block zugeordnet wird. Diese Pr√ľfsumme wird jedoch nicht zuf√§llig erstellt, sondern generiert sich automatisch in Abh√§ngigkeit der bereits bestehenden Blocks sowie dem neuesten Eintrag. Es steckt also eine mathematisch nachvollziehbare Logik dahinter.

Inhalt eines Blocks auf der Blockchain am Beispiel von Bitcoin
Inhalt eines Blocks auf der Blockchain am Beispiel von Bitcoin

Wie funktioniert die Blockchain?

In einer Blockchain wird Eintrag an Eintrag gereiht und f√ľr alle Ewigkeit festgehalten. Damit dieser Vorgang korrekt funktioniert, m√ľssen¬†vier Dinge¬†passieren:

Transaktion

Es muss eine¬†Transaktion¬†stattfinden. Mit "Transaktion" ist nicht zwingend eine Geld√ľberweisung gemeint. Dabei kann es sich auch um eine Bestellung, eine √úbergabe oder eine Weiterleitung einer Ware handeln.

Bestaetigung

Die Transaktion muss¬†best√§tigt¬†werden. In der offline-Welt w√ľrde das beispielsweise der Bankangestellte tun. In der Blockchain wird dies allerdings von keiner einzelnen Person erledigt, sondern von einem Netzwerk an Computer, welche global √ľber die ganze Welt verteilt sind. Diese Computer (auch "Nodes" bzw. "Knotenpunkte") best√§tigen nun die Uhrzeit der Transaktion, das Datum, den Betrag sowie Teilnehmer. Die Best√§tigung wird √ľbrigens auch "Konsensus", also "√úbereinstimmung" genannt.

Block einer Blockchain

Sobald die Transaktion von gen√ľgend Computer best√§tigt worden ist, werden die erw√§hnten Daten zu einem Block geb√ľndelt.

Blockchain

Diesem Block wird eine einzigartige "ID" in Form des Hashwertes gegeben. Nach diesem Vorgang wird der Block an die bereits vorhanden Blocks gereiht. Ein neuer Eintrag in der Blockchain ist entstanden!

Da die Transaktion an dieser Stelle vollständig abgeschlossen wurde, ist diese öffentlich einsehbar. Wer möchte, kann an dieser Stelle einen Blick in die Blockchain vieler großer Kryptowährungen werfen.

Blockchains: Dezentral, transparent & unveränderbar

Der Erfolg (und auch ein bisschen der Hype) der Blockchain ruht auf der Vereinigung von drei Eigenschaften:

  • Dezentralit√§t
  • Transparent (& teil-anonym bzw. pseudonym)
  • Unver√§nderbarkeit

Die Dezentralität

Dezentrales NetzwerkVor dem Aufkommen von Bitcoin waren wir es gewohnt, zentralisierte Anwendungen zu nutzen. Das Modell dahinter ist einfach: Es gibt eine zentrale Einheit (Server), auf welche mit verschiedenen Clients (zum Beispiel Smartphone, PC, Notebook, ...) zugegriffen und Daten abgerufen werden können.

Jeder von uns sucht mehrmals t√§glich im Internet nach etwas. Dabei wird die Suchanfrage vom eigenen Ger√§t zum Server von Google geschickt. Google liefert auf dem gleichen Weg die Ergebnisse zur√ľck auf das Ger√§t.

Ein anderes Beispiel sind Banken und Banken-ähnliche Finanzdienstleister: Um eine (elektronische) Zahlung zu erhalten oder zu tätigen, braucht es zwingend eine Bank, welche die Transaktion abwickelt.

Zentrale Systeme haben jedoch auch entscheidende Nachteile:

  • Alle Daten sind an einem Ort gespeichert. Wird dieser zentrale Ort angegriffen, ist erstmal kein weiterer Abruf m√∂glich.
  • Ein zentrales System kann den Zugang zu Information jederzeit schlie√üen.
  • Eine zentrale Einheit kann korrupt werden oder betr√ľgerische Absichten haben. Auch Diskriminierung kann zum Problem werden, wenn beispielsweise eine Bank entscheiden kann, gewissen Personengruppen keine Kontoer√∂ffnung zu gew√§hren.

Da die Daten der Blockchain in zigfacher Kopie vorliegen, fallen die Probleme eines zentralen Systems weg. W√ľrde ein Node (Knotenpunkt) des Netzwerks offline gehen oder sogar zur Abschaltung gezwungen werden, w√§ren die Daten weiterhin auf tausenden anderen Computern vorhanden und abrufbar.

Transparent und gleichzeitig anonym?

Blockchain¬†Eine Blockchain wird oft als besonders transparent bezeichnet. Und das ist sie tats√§chlich!¬†Jede Transaktion ist √∂ffentlich einsehbar und f√ľr alle Ewigkeit festgehalten.

Am Beispiel von Kryptow√§hrungen wei√ü man also immer genau, wer zu welchem Zeitpunkt was √ľberwiesen hat:

Transaktion auf der Blockchain
Transaktion auf der Blockchain

Hier kommt allerdings auch schon die Anonymität ins Spiel. Denn das "wer" ist zwar durch eine eindeutige Ziffernfolge definiert, es ist jedoch zu keinem Zeitpunkt sichtbar, welche Person sich dahinter verbirgt oder woher sie kommt.

Die wahre Identität wird also hinter Kryptografie versteckt.

Da ist in etwa so, als w√ľrde man von einer anderen Person nur die IBAN-Nummer, jedoch keine weiteren Daten haben und auch die Bank w√ľsste nicht, wer dahintersteckt.

Aufgrund der Kombination von Transparenz und Anonymität wird die Blockchain oft als "Pseudoanonym" bezeichnet.

Unveränderbarkeit durch Hashing

SicherheitAlles, was einmal in die Blockchain eingegeben wurde, kann nicht mehr r√ľckg√§ngig gemacht werden. F√ľr Unternehmen w√ľrde das bedeuten, dass es schwerer werden w√ľrde, in der Buchhaltung mit Tricks zu arbeiten oder Steuern zu hinterziehen.

Was das ermöglicht, nennt sich "Kryptografische Hashingfunktion".

"Hashing" in einfachen Worten erkl√§rt bedeutet, dass es eine Eingabe beliebiger L√§nge und eine verschl√ľsselte Ausgabe in fixer L√§nge gibt.

Als Beispiel nehmen wir den Hash-Algorithmus des Bitcoin, SHA-256. Geben wir einen beliebigen Datensatz ein, bekommen wir als Ergebnis eine Kette an Zahlen und Buchstaben. Diese Kette hat immer die gleiche Länge, unabhängig davon, wie lang der Datensatz ist:

Verschl√ľsselung von Daten mit Hilfe von SHA-256-Hashing
Verschl√ľsselung von Daten mithilfe von SHA-256-Hashing

W√ľrde nun jemand auch nur einen Buchstaben in diesem Satz √§ndern und aus dem kleinen "F" in "FINANZSACHE" ein kleines "f" machen, sieht die Zahlenfolge komplett anders aus:

Kleinste Veränderungen der Daten ergeben einen komplett anderen Hash
Kleinste Veränderungen der Daten ergeben einen komplett anderen Hash

W√ľrde ein Hacker nun versuchen, eine beispielsweise f√ľnf Jahre alte √úberweisung wieder r√ľckg√§ngig zu machen oder seinen Kontostand in die H√∂he manipulieren, k√§me ein v√∂llig anderer Hash heraus.

Da sich eine Blockchain gegenseitig √ľberwacht w√ľrden die anderen Nodes im Netzwerk sofort merken¬†"Moment, da stimmt die Pr√ľfsumme nicht mehr mit der bei uns gespeicherten √ľberein. Diese √Ąnderung ist daher 'falsch' und entspricht nicht der Wahrheit. Diese √Ąnderung ist daher ung√ľltig."

Wer sich davon ein Bild in der Praxis machen möchte, kann dies auf hashgenerator.de mit verschieden Hashmethoden ausprobieren.

Auch wenn die heute verbreitete Verschl√ľsselung nach SHA-256 als sicher und unknackbar angesehen wird, so k√∂nnte sich das mit dem Aufkommen von Quantencomputern √§ndern, welche die zigfache Rechenleistung heutiger Computer haben. Bis es so weit ist, wird jedoch einfach die Verschl√ľsselung angepasst und auf einen h√∂heren Standard erweitert werden. Das bleibt also nur ein theoretisches Problem.

Der Unterschied zwischen Public & Private Blockchains

Unterschieden wird zwischen Public ('öffentlichen") sowie Private ("private") Blockchains.

Public Blockchains: Diese Form der Blockchain ist f√ľr jeden ohne Einschr√§nkung zug√§nglich. Jedem steht es frei sich an ihr entweder als Light-Node (Nutzer), Full-Node oder Miner zu beteiligen. Gleichzeitig wird die Public Blockchain von mehreren Netzwerkknoten betrieben und l√§sst sich daher nicht einfach "abschalten".

Private Blockchains: Private Blockchains verfolgen einen zentralistischeren Ansatz als die öffentlichen. Zwar handelt es sich immer noch um eine Blockchain, jedoch wird diese zentral betrieben und neue Nutzer können nur auf Einladung teilnehmen. Kontrolliert wird dieser Ansatz durch Rechtemanagement.

Sidechains: schnelle Routen abseits der Mainchain

Blockchains k√∂nnen √ľber die Zeit ein Problem bekommen: Sie werden schlicht¬†zu gro√ü.

Andererseits werden diese mit einer wachsenden Teilnehmeranzahl auch stetig langsamer, da das Netzwerk nicht mehr mit den Bestätigungen nachkommt.

Eine L√∂sung f√ľr dieses Problem sind¬†Sidechains¬†(auch "Childchains").

Man kann sich die Mainchain als den großen Datenhighway vorstellen und Sidechains als eigenständige, jedoch nicht ganz unabhängige Routen neben dem Highway.

Um das System zu nutzen, werden die zu √ľberweisenden Coins von der Hauptchain auf die Sidechain geschickt und von dort aus weiter verarbeitet.

Um das fr√ľher oder sp√§ter auftauchende Skalierungsproblem gew√∂hnlicher Blockchains zu l√∂sen, sind Sidechains unausweichlich.

Bitcoin-Blockchain: Konsensus und die Suche nach "Wahrheit"

Im Falle einer Bitcoin-Blockchain spielen Miner eine wichtige Rolle. Denn in einer Blockchain ergibt sich das Problem des "Double Spendings": Wenn ein Nutzer eine Transaktion tätigt und an einem Miner zur Bestätigung schickt, dieselbe Transaktion aber kurz danach an eine andere Person und einen anderen Miner schickt, wurde der gleiche Betrag zweimal ausgegeben.

Welcher Miner hat nun recht?

Irgendwie m√ľssen sich die Miner nun einig werden und dies "beweisen". Wer den Beweis ("Proof") erbringt, dem winkt die Belohnung in Form der Transaktionsgeb√ľhr.

Dazu haben sich zwei Algorithmen etabliert:

  • Proof-of-Work: Der PoW-Algorithmus ist der bekannteste und wird bei fast allen Kryptow√§hrungen eingesetzt. Die Aufgabe der Miner ist es hierbei, ein¬†mathematisches R√§tsel¬†zu l√∂sen. Wer das R√§tsel am schnellsten l√∂st, hat einerseits Anspruch auf die "Wahrheit" und andererseits auf die Belohnung. Auch wenn dieses System gut funktioniert, steht dies immer wieder in der Kritik, da durch die gro√üe Aufwendung von Rechenleistung viel Strom verbraucht wird.
  • Proof-of-Stake: Beim Proof-of-Stake-Verfahren wird unter den Minern abgestimmt, was die Wahrheit ist und welche der beiden Transaktion aus dem Beispiel ausgef√ľhrt wird. Dabei haben Miner, die mehr Geld bewegt haben auch mehr Stimmengewichtung. Auch wenn sich in dem Fall das theoretische Problem einer 51%-Attacke ergibt und sich viele Miner zusammenschlie√üen k√∂nnten um "falsche" Transaktionen zu best√§tigen, so wird diese als praktisch undurchf√ľhrbar angesehen.[9]

Anwendungsbereiche der Blockchain

Die Blockchain wird meist in einem Atemzug mit Kryptow√§hrungen genannt. Dabei handelt es sich um EINE Anwendung. Die M√∂glichkeiten des dezentralen Protokolls gehen aber weit dar√ľber hinaus.

Theoretisch kann jeder Service, welcher heute einerseits eine Verifizierung benötigt und/oder Transaktion beinhaltet, durch die Blockchain entweder teilweise oder ganz ersetzt werden.

Einige dieser Bereiche und Industrien sind:

  • Medien-Distribution¬†(Musik, E-Books, Filme, ...)
  • Lieferketten & Logistik¬†(Welchen Weg hat ein bestimmtes Produkt hinter sich?)
  • B√∂rsenhandel¬†(Handel von Aktien, Fonds und anderen Finanzprodukten)
  • Soziale Netzwerke¬†(Die "Steemit"-Community basiert bereits auf der Blockchain)
  • Finanzierungen¬†(z.B. Crowdfunding)
  • Internet of Things¬†(Kommunikation zwischen Maschinen)
  • Gesundheitsbereich¬†(Krankheitsverlauf, Historie, ...)
  • Wahlen & Umfragen
  • Internet
  • Datenspeicherung¬†(Blockchain basierte Cloud-Services)

Smart Contracts

DokumentBei Smart Contracts handelt es sich um auf der Blockchain gespeicherte Verträge, welche vor allem durch die Kryptowährung Ethereum bekannt geworden sind.

Aktuell befinden wir uns hier noch im Anfangsstadium. Dennoch lassen sich  mit Smart Contracts bereits simple Anwendungen programmieren wie beispielsweise die Freigabe einer Zahlung, sobald bestimmte Konditionen erreicht worden sind.

Die langfristige Vision ist, dass auf der Blockchain auch komplexe Verträge abgebildet werden können und diese langfristig Berufe wie einen Notar ersetzen.

Sharing Economy

AutoUnter der "Sharing Economy" versteht man den Trend, sich weg vom reinen Besitz hin zum Teilen ("Sharen") zu bewegen. Ein bekanntes Beispiel daf√ľr ist UBER oder AirBNB, welche hier als Vermittlung t√§tig sind.

Diese Dienste w√ľrden streng genommen auch auf einer Blockchain funktionieren. Eine Wohnung k√∂nnte so direkt von Peer-zu-Peer gemietet werden.

Ein bereits reales Beispiel ist der Marktplatz "OpenBazaar", welcher auf einer Blockchain aufgebaut wurde und keine Transaktionsgeb√ľhren verrechnet.

Finanzierungen

KapitalDas bekannteste Beispiel f√ľr Crowdfunding ist die Plattform "Kickstarter". Erfinder und Menschen mit guten Ideen k√∂nnen dort ihre Produkte vorstellen und sich von Interessenten finanzieren lassen.

Etwas √Ąhnliches haben die Entwickler von Ethereum mit der DAO (Decentralized Autonomous Organization) versucht[2]. In knapp zwei Monaten wurden 200 Millionen US-Dollar durch Crowdfunding eingenommen.

Das Projekt musste leider jedoch wieder eingestampft werden, da es technische und strukturelle Probleme gab. Es hat aber einen Vorgeschmack auf das Potenzial in diesem Bereich gegeben.

Manipulationssichere Wahlen & Umfragen

WahlenSowohl Umfragen als auch Regierungswahlen könnten durch die Blockchain die nötige Transparenz bringen und wird vermutlich einer der ersten Bereiche sein, in dem diese Technologie eingesetzt wird.

Wahlergebnisse könnten so nicht mehr manipuliert werden.

Eine der ersten realen Anwendungen auf diesem Gebiet der Umfragen ist die App "Boardroom".

Verfolgung von Lieferketten

OrtMan kann Beobachten, dass sich Konsumenten immer mehr Gedanken darum machen, wo ein bestimmtes Lebensmittel genau herkommt. Unternehmen können viel behaupten, doch wirklich nachweisen lässt sich so etwas nur schwer.

Die Blockchain bietet eine einfache Lösung herauszufinden, welchen Weg ein Produkt genommen hat, ohne dass es gefälscht werden könnte.

Internet & Datenspeicherung

InternetDezentrale Datenspeicherung wirkt präventiv gegen Datenklau sowie Verlust.

Es gibt sogar schon Ideen, ein neues Internet auf Blockchainbasis aufzubauen. Das ganze nennt sich IPFS, welches die aktuelle Web-Technologie bestehend aus zentralen Servern obsolet macht.

Ein System mit ähnlichen Eigenschaften existiert heute bereits: das BitTorrent-Protokoll. Auch hier liegt die gleiche Datei auf verschiedenen Computern, welche durch einen Software-Client miteinander verbunden sind.

Urheberrechtsschutz

IdeeMit dem Aufkommen des Internets wurde es extrem einfach, digitale Dateien zu kopieren und weiterzuverbreiten. Viele Rechteinhaber waren und sind damit teilweise jedoch nicht einverstanden, dass sie die Kontrolle dar√ľber verlieren.

Mithilfe der Blockchain und Smart Contracts ist es m√∂glich, einerseits das Urheberrecht zu sch√ľtzen sowie den Verkauf zu automatisieren. Andererseits¬† aber auch das Risiko von illegalem Filesharing zu eliminieren.

Internet der Dinge (Internet of Things)

Internet of Things IoT bezeichnet eine netzwerkgesteuerte Kontrolle verschiedener elektronischer Ger√§te. Ein Beispiel daf√ľr ist die Steuerung der richtigen Temperatur in Lagerh√§usern. Auch hier k√∂nnen Smart Contracts eingesetzt werden, um das Management effizienter und kostensparender zu machen.

Börsenhandel

Aktienb√∂rse Der Handel von Aktien und anderen Wertpapieren ist ein guter Kandidat, von der Blockchain ersetzt zu werden. Transaktionen auf diesem Gebiet k√∂nnten nahezu in Echtzeit best√§tigt werden und es w√ľrde Broker √ľberfl√ľssig machen.

Einige der großen Börsen arbeiten bereits mit Prototypen von Blockchain-Anwendungen mit diesem Ziel. Dazu gehört beispielsweise die Frankfurter Börse.

Wie kann ich in die Blockchain investieren?

Man kann nicht direkt in die Blockchain investieren. Das ist in etwa so, als w√ľrde man sagen, dass man in das Internet investieren m√∂chte.

Was allerdings m√∂glich ist, ist in Anwendungen zu investieren, die die Blockchain im Einsatz haben. Das bekannteste Beispiel daf√ľr sind Kryptow√§hrungen wie Bitcoin.

Vorteile & Nachteile der Blockchain im √úberblick

Nachdem wir uns mit den technischen Details und allgemeinen Möglichkeiten beschäftigt haben, werfen wir zum Abschluss einen Blick auf die Vor- und Nachteile, die mit dieser Technologie einhergehen.

Vorteile

  • Genauigkeit: Dadurch, dass kein Mensch mehr in der Kette beteiligt ist, lassen sich menschliche Fehlerquellen ausschlie√üen.
  • Kostenreduktion: Normalerweise m√ľssen Notare bezahlt werden, ein Dokument zu unterzeichnen und Banken bezahlt werden, eine √úberweisung zu verifizieren. Diese Kosten fallen mit einer Blockchain im Gro√üen und Ganzen weg.
  • Dezentralit√§t: Keine einzelne Partei hat die Macht √ľber die Blockchain. Es gibt dadurch keine Diskriminierung oder sonstige Ungerechtigkeiten. Auch eine Abschaltung ist nicht m√∂glich und durch das verteilte Netzwerk sind Attacken so gut wie wirkungslos.
  • Geschwindigkeit: Banken ben√∂tigen f√ľr eine √úberweisung mindestens 24 Stunden, im Falle eines Wochenendes oder auch Feiertagen noch l√§nger. Die Blockchain dagegen arbeitet rund um die Uhr.
  • Anonymit√§t: Die Blockchain kann dazu verwendet werden, anonym Geld zu versenden. Es gibt keine Offenlegung der eigenen Identit√§t.
  • Sicherheit: Durch den Einsatz von Kryptografie lassen sich Eintr√§ge nicht ver√§ndern oder manipulieren.
  • Transparent: Der Weg des Geldes ist bei einer Blockchain exakt nachverfolgbar. Trotzdem bleiben die teilnehmenden Personen anonym.

Nachteile

  • Skalierbarkeit: In Sachen Skalierbarkeit sind zwar schon Ans√§tze zu finden, es gibt aber noch keine √úbereinkunft, was die beste L√∂sung daf√ľr. Aktuell kann es dazu f√ľhren, dass die Blockchain √ľberlastet wird.
  • Speicherplatz: Zwar werden Speichermedien immer g√ľnstiger und kleiner, jedoch kann Speicherplatz zu einem Problem werden, da eine Blockchain immer gr√∂√üer aber nie kleiner wird.
  • Allgemeine technologische Reife. Der Blockchain fehlt es noch etwas an technologischer Reife, um einen Ansturm der Wirtschaft loszutreten. Die Idee ist ausgezeichnet und funktioniert bereits in realer Anwendung, trotzdem gibt noch einiges auszumerzen und zu verbessern.
  • Regulierung: Die Blockchain bietet extremes Potenzial im legalen aber auch illegalen Bereich. Besonders letzteres kann dazu f√ľhren, dass die Technologie √ľberm√§√üiger staatlicher Regulierung zum Opfer f√§llt.
  • Hackerattacken: Es gibt das theoretische Problem der sogenannten 51%-Attacken. Kriminelle k√∂nnten sich soviel Rechenpower einkaufen, sodass diese 51% halten und damit die Macht √ľber die Blockchain erlangen und ab dem Punkt kontrollieren k√∂nnen, was passiert. Aktuell geht man jedoch davon aus, dass dem zu viele H√ľrden im Weg stehen.
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Dieser Artikel wurde erstmals am 10. June 2019 veröffentlicht und am 31. July 2020 aktualisiert.

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