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Was sind Smart Contracts?


Martin Fiedler

Zuletzt Aktualisiert: 31. July 2020

Zusammengefasst


Smart Contracts sind Verträge, welche auf einer Blockchain abgebildet werden. Es können gewünschte Konditionen aber auch Folgen hinterlegt werden, welche erst freigeschaltet werden, sobald eine Bedingung erfüllt ist (z.B. Vereinbarung > Bezahlung > Freischaltung). Das Ziel von Smart Contracts ist die Automatisierung von Verträgen und der Abbau von Bürokratie.

  • Die Idee einer Smart Contracts-Ökonomie hatte Nick Szabo bereits im Jahr 1996. Wirklich bekannt wurden diese aber erst durch Ethereum.
  • Smart Contracts können zur Kreditvergabe (Banken), Abschließen von Versicherungen, Wohnungs- (z.B. AirBNB) oder Autovermietung (z.B. UBER) eingesetzt werden.
  • Smart Contracts folgen dem "Code is Law"-Grundsatz. Das bedeutet, dass nachträgliche Änderungen nicht möglich sind und einmal ausgeführt, nicht gestoppt werden können.
  • Die programmierten Verträge sind nicht von Natur aus Smart ("Intelligent"). Jede Bedingungen muss im Code hinterlegt werden.
[lwptoc]

Smart Contracts sind heute eine der populärsten Anwendungen der Blockchain und erreichten mit dem Aufkommen der Kryptowährung Ethereum die breite Masse.

Es handelt sich bei Smart Contracts um Verträge, welche gewisse Logiken beinhalten können und daher als "intelligent" gelten.

Die erste Dokumentation von Smart Contracts gab es im Jahr 1996 durch den Informatiker und späteren Bitcoin-Entwickler Nick Szabo. Seine Idee war es, einen Distributed Ledger zu verwenden, um darauf Verträge zu speichern.

Smart Contracts bestehen im Grunde aus drei Elementen:

  • Mindestens zwei Parteien welche bestimmten Konditionen übereinstimmen oder nicht übereinstimmen und den Smart Contract im besten Fall signieren (digital unterschreiben).
  • Das Objekt bzw. Thema, um welches sich ein Smart Contract dreht.
  • Die Vertragsbedingungen. Fast jede Bedingung kann in einem Smart Contract abgebildet werden. Doch es gibt gewisse Grenzen, auf die wir später zu sprechen kommen.

Wie funktionieren Smart Contracts?

Smart Contracts funktionieren nach dem gleichen Prinzip, nach denen offline-Verträge auch funktionieren.

Der Unterschied liegt darin, dass ein gewisser Automatismus hineingebracht werden kann. Und anstatt einer zentralen Person oder Einrichtung wird der Blockchain vertraut, welche gleichzeitig durch kryptografische Verschlüsselung für Sicherheit sorgt.

Vereinfacht gesagt, bestehen Verträge auch im "echten" Leben aus "wenn"-"dann"-Regeln. Anders ausgedrückt: ein Satz aus Konditionen und Folgen.

Ein einfaches Beispiel dafür ist der Kauf eines Hauses: Die Kondition ist beispielsweise der Preis von 1 Million Euro, die Folge, dass das Eigentum von einer Person zu einer anderen übergeht. "WENN du Summe X bezahlst, DANN gehört dir das Haus."

Auch kann eine Kette an Smart Contracts gebildet werden, wo ein Smart Contract den nächsten auslöst ("triggert").

Was macht den "Smart Contracts"-Vertrag intelligent?

Das Intelligente bei Smart Contracts ist, dass diese alle Aspekte eines Vertrags abdecken:

  • Sicherstellung & Überwachung der Regeln des Vertrags
  • Management
  • Bezahlung

So könnte ein Vertrag zwischen einem Vermieter und Mieter programmiert werden. Wird die monatliche Miete bezahlt, kann der Mieter seine Wohnung betreten. Bleibt die Rate mal aus, könnte der Smart Contract  das Schloss der Wohnung sperren und den Mieter nicht mehr hineinlassen.

Nun wäre das natürlich eine drakonisch Maßnahme und in vielen Ländern dieser Welt auch nicht legal. Diese Ausnahmen und gesetzlichen Vorgaben könnten im Smart Contract jedoch abgebildet werden.

Die Kehrseite ist jedoch, dass ein Smart Contract streng nach Logik und Vorgaben handelt. Er kann also nicht wissen, unter welchem Geist ein Vertrag geschlossen wurde. Nicht so strenge, eher freundschaftliche Vereinbarungen können nicht oder nur sehr schwer hinterlegt werden.

Wir können also festhalten, dass Smart Contracts nicht von Natur aus intelligent sind. Die Intelligenz wird ihnen durch Programmierung "beigebracht". Und wenn ein bestimmtes Szenario nicht abgebildet ist, kann der Smart Contract auch nicht danach handeln.

Anwendungsgebiete von Smart Contracts

Smart Contracts können überall dort eingesetzt werden, wo einfache Vertragsverhältnisse erforderlich sind.

Beispiele für Anwendungen sind:

  • Vermietung von Immobilien: Mit einem Smart Contract könnte automatisiert überwacht werden, ob die Mietraten bezahlt werden und andernfalls Konsequenzen setzen (zum Beispiel automatische Benachrichtigung eines Inkasso-Service).
  • Notare werden in Zukunft aufgrund von Smart Contracts vermutlich nicht mehr gebraucht werden. Die Überwachung und Überprüfung eines Vertrags kann auch auf der Blockchain stattfinden.
  • Banken können Smart Contracts zur Kreditvergabe nutzen.
  • Bei Autovermietungen könnte ein Smart Contract dafür sorgen, dass das Auto erst entsperrt wird, sobald die Leihgebühr bezahlt worden ist.

Vor- und Nachteile von Smart Contracts

Was sind die Vorteile und Nachteile von Smart Contracts?

Vorteile

  • Es ist kein Betrug möglich. Keine Partei kann Vertragsdokumente nachträglich verändern oder löschen.
  • Smart Contracts sind effizient und machen Tonnen an Papier und Versandwege obsolet.
  • Es können Arbeitskräfte eingespart und an nützlicheren Stellen eingesetzt werden.

Nachteile

  • Ein Smart Contract kann nachträglich nicht mehr geändert oder korrigiert werden. Der einzige Weg, wie Änderungen an Smart Contracts durchgeführt werden könnten, wäre, das gesamte Ethereum-Netzwerk zu überzeugen. Das ist in der Realität allerdings nicht möglich.
  • Smart Contracts folgen strikt den Vorgaben und können besondere Umstände nicht einberechnen.
  • Es handelt sich um eine junge Technologie, welche noch nicht ausreichend getestet worden ist.
  • Quellen

    [0] Eigene Recherche
    [1] https://www.investopedia.com/terms/s/smart-contracts.asp
    [2] https://de.wikipedia.org/wiki/Smart_Contract

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Dieser Artikel wurde erstmals am 13. August 2019 veröffentlicht und am 31. July 2020 aktualisiert.
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