Warum sind Kryptowährungen so volatil?


Martin

Zuletzt Aktualisiert: 14. Juli 2020

Kryptowährungen sind so volatil, weil die Menge an Geld in diesem Markt noch so gering ist. So haben Käufe und Verkäufe einen stärkeren Einfluss auf den Preis, als es beispielsweise bei den meisten Aktienwerten der Fall ist. Ebenso spielt die große Unsicherheit eine Rolle. Die Zukunft von Kryptowährungen ist noch unsicher und steht einer Menge an Regulierung bevor.
Sie sind jung, schießen wie Pilze aus dem Boden, glänzen durch Erfolgsgeschichten oder bringen den Markt durch Kursabstürze ins Wanken ­ Kryptowährungen. Die Welt unbekannter virtueller Währungen übt gerade durch ihre Volatilität eine starke Faszination auf Anleger aus. Warum sie so unbeständig und spekulativ sind, dass sie pro Tag bis zu 10 % an Kurswert gewinnen oder verlieren, bleibt vielen Investoren ein Rätsel. Nach dem Bitcoin-Hype Ende 2017 kam ein Absturz, der schmerzlich war. Wir erklären Dir, was das Geheimnis der Volatilität ausmacht und wie Du Dich vor Kursverlusten schützen kannst.

Volatile Parallelwelt ohne Vergangenheit

Bitcoin, Ethereum oder Litecoin lauten die Namen der neuen Exoten auf dem Finanzparkett. Stars ohne Vergangenheit. Erdacht und erschaffen von Satoshi Nakamoto, einem Pseudonym, dessen Träger den Welthandel revolutionieren wollte. Der Ansatz war so neu wie innovativ: Eine Parallelwelt der gewohnten Finanzbranche sollte es sein, die für freies Handeln und geringe Einflüsse von außen steht. Satoshi Nakamoto wollte sich frei machen von der Vormachtstellung der Banken und der gängigen Glaubenssätze. Geschaffen hat er eine virtuelle Währungsstruktur mit vielen Unbekannten: Wer sagt uns, ob der aktuelle Kurswert der Digitalwährung profitabel oder unterirdisch ist? Anleger tasten sich vorsichtig auf den Markt, ähnlich kleinen Kindern, die Neuland entdecken. Das Unbekannte macht den Reiz aus und zunehmende Anlegerzahlen bringen Geld. Erfolgsbotschaften eröffnen die Jagd immer mehr Anleger auf immer höhere Gewinne. Bringen viele Mutige gleichzeitig ihre Gewinne in sichere Verwahrung, stürzt der Kurs ins Bodenlose. Die Folge: Weniger erfolgreiche Investoren nehmen ihr Geld mit und gehen auf die bekannte Seite der Finanzwelt zurück. Die Volatilität hat uns wieder.

Grenzenlose Kryptowährungen: ­ Vorteil und Nachteil zugleich

Die Regulierung von Kryptowährungen steckt noch in den Kinderschuhen. Unterschiedliche Währungen schießen wie Pilze aus dem Boden und verblassen, bevor eine Behörde das Angebot und dessen Risiken prüfen könnte. Das bahnt Manipulationen den Weg. Während in der klassischen Finanzwelt institutionelle Anleger und mögliche betrügerische Aktivitäten unter Aufsicht stehen, ist bei virtuellen Währungen die große Freiheit gleichzeitig das große Risiko. Die daraus entstehende Volatilität ist riskant, macht aber einen Großteil des Reizes aus. Ähnlich dem Einsatzrisiko beim Roulette juckt es manchem Anleger in den Fingern, wenn mit dem Verlust gerechnet werden muss. Die Dynamik, mit der sich teils horrende Gewinne und Verluste abwechseln, reizt institutionelle Anleger. Sie greifen ins Geschehen ein und treiben die „Rechnungseinheiten“, wie die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) virtuelle Währungen nennt, in die Höhe. Oder sorgen für ein rasantes Tief, das unter Umständen sogar lukrativ sein kann.

Futures: wie volatile Anlagen profitabel werden

Terminkontrakte, denen ein Basiswert wie beispielsweise Währungen zugrunde liegt und die an der Börse gehandelt werden, nennt man Futures. Bekannt sind vor allem Bitcoin-Futures. Sie verpflichten Anleger, den Basiswert zu einem bestimmten Zeitpunkt und einem fixen Preis zu ordern oder abzustoßen. Mit ihnen spekulierst Du auf sinkende oder steigende Kurse und profitierst unter Umständen von schwächelnden Anlagen. Futures dienen also auch dazu, Anleger und Anbieter gegen Preisschwankungen abzusichern. Ein Pluspunkt, der volatile virtuelle Währungen reizvoll macht.

3 Tipps im Umgang mit der Volatilität von Kryptowährungen

Wer in Digitalwährungen investieren will, investiert auch in Volatilität. Dennoch gibt es Tipps, wie man sich gegen Unbeständigkeit schützen kann. Dazu ist eine umsichtige Planung im Voraus hilfreich:

Tipp 1: Recherche

Wer eine längerfristige Anlage in Kryptowährungen plant, sollte vorher hinterfragen, wer die neue Währung auf den Markt gebracht hat, wie sie angenommen wird und was sie ausmacht. Ein wenig Bauchgefühl gehört dazu. Nicht nur auf dem klassischen Börsenparkett beeinflussen Nachrichten und Gerüchte das Kursgeschehen. Auch virtuelle Währungen sind davor nicht gefeit. Ob gesellschaftliche, wirtschaftliche oder politische Meldungen ­ der junge Anlegermarkt reagiert sensibel. Sobald sich ein Kurs erholt, gehen viele Einsteiger von einer kommenden Hochphase aus. Sie investieren, um satte Gewinne einzustreichen. Fallen die Kurse plötzlich, macht Krisenstimmung die Runde. Panikverkäufe sind die Folge, die den Kurs abstürzen lassen. Tipp: Vor allem unerfahrene Investoren unterwerfen sich dem Herdentrieb gerne, was Digitalwährungen unbeständig werden lässt. Informiere Dich nicht nur vor der Geldanlage, sondern bleibe auch während des Investments aufmerksam und reaktionsschnell.

Tipp 2: Diversifizierung

Wie bei allen Geldanlagen empfiehlt es sich auch bei Kryptowährungen, nicht nur zu einem bestimmten Zeitpunkt und auf eine einzige Währung zu setzen. Eine cleverere Maßnahme ist es, wenn man sein Investment breit streut. So lassen sich Kursschwankungen bei einem Asset durch mögliche Gewinne bei anderen Werten kompensieren.

Tipp 3: Planung

Wer in virtuelle Währungen investiert, schätzt, dass man in kürzester Zeit das Ergebnis seiner Aktivität schwarz auf weiß sieht. Und das sowohl im positiven wie negativen Bereich. Tipp: Um die Schwäche der Kryptowährungen, die volatile Seite, zu umgehen, kann es hilfreich sein, länger bis mittelfristig zu agieren. Beobachtungen über längere Zeiträume zeigen, dass bereits innerhalb von 3-4 Jahren Kursschwankungen Vergangenheit sind und Gewinne verbucht werden. Dennoch solltest Du nie vergessen, das virtuelle Währungen riskante Investments sind, die Entscheidungen erfordern. Neu geschaffene Kryptowährungen überleben mitunter nicht einmal die ersten Monate. Von den aktuell ca. 1500 Kryptowährungen schwächeln viele. Der Klassiker Bitcoin hat nach seiner Hoch-Zeit Ende 2017 enorm an Wert verloren, allein in den letzten Monaten ca. 60 %.

Fazit

Vorausschauende Planung und Ausdauer sind auch bei Digitalwährungen wichtig. Dann kann sich Volatilität durchaus lohnen.
Dieser Artikel wurde erstmals am 30. März 2020 veröffentlicht und am 14. Juli 2020 aktualisiert.
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