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Diese Steuern fallen in Deutschland bei Investionen & Trading an

Zuletzt Aktualisiert: 11. July 2021

Bekomme eine Übersicht ĂŒber die in Deutschland anfallenden Steuern bei diversen Finanzprodukten.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Steuerberatung dar. Auch wenn die vorliegenden Informationen nach bestem Wissen & Gewissen erstellt wurden, kann dafĂŒr keine Haftung ĂŒbernommen werden.

  • Edelmetalle bleiben nach der einjĂ€hrigen Haltefrist steuerfrei. Innerhalb der Frist wird alles ĂŒber 600 EUR mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert.
  • ErtrĂ€ge aus ETFs, CFDs (bzw. Trading mit Derivaten), Anleihen, Zertifikaten, Dividenden, P2P-Krediten und Aktien werden mit 25 % Abgeltungssteuer, 5,5 % SolidaritĂ€tszuschlag und ggf. Kirchensteuer belegt.
  • Bei Fonds richtet sich die Höhe der Steuer nach dessen Aktienanteil. Zudem mĂŒssen sich Anleger mit der Vorabpauschale beschĂ€ftigen.
  • Bei KryptowĂ€hrungen unterliegen die Spekulationsgewinne der Besteuerung ĂŒber den persönlichen Einkommensteuersatz. ZusĂ€tzlich unterliegen Gewinne aus Mining der Gewerbesteuer und ggf. der Mehrwertsteuer.

Gut zu wissen


Gewinne und Verluste innerhalb eines Kalenderjahres und der selben Assetklasse können meistens gegengerechnet werden.

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Besteuerung von Aktien

  • Gewinne aus dem Verkauf von Aktien unterliegen ebenfalls der Abgeltungssteuer zuzĂŒglich SolidaritĂ€tszuschlag und ggf. Kirchensteuer.
  • Verluste können steuerlich ebenfalls geltend gemacht werden, vorausgesetzt es werden gleichwertige ErtrĂ€ge erwirtschaftet. Ein Aktienverlust darf nur mit Gewinnen, Zinsen oder Dividenden aus einem AktiengeschĂ€ft verrechnet werden.
  • Die Verlustverrechnung erfolgt im Inland automatisch durch die depotfĂŒhrende Bank. Hast du Gewinne bei AktienverkĂ€ufen, wird so lange keine Abgeltungssteuer geltend gemacht, bis der Verlust verrechnet ist.
  • Ist dein Anlagevermögen auf mehrere Banken oder Finanzdienstleister verteilt, benötigst du eine Verlustbescheinigung. Diese forderst du bei der Bank an, bei der die Verluste entstanden sind, und legst sie deiner EinkommensteuererklĂ€rung bei.

Abgeltungssteuer bei ETFs

  • ZinsertrĂ€ge und Kursgewinne aus Indexfonds unterliegen in Deutschland der 25%igen Abgeltungssteuer plus 5,5 % SolidaritĂ€tszuschlag und ggf. Kirchensteuer.
  • Wichtig: Der Altbestand von 2009 oder frĂŒher gilt dabei nicht mehr als steuerfrei. Seit 2018 sind auch diese Fonds zu versteuern, profitieren jedoch von einem Freibetrag fĂŒr Gewinne von 100.000 EUR.

Anleihen: So wird versteuert

  • Auch die Gewinne festverzinslicher Wertpapiere wie Anleihen sind steuerbar. Sowohl Zinsen, die fix oder variabel sein können, wie auch Kursgewinne sind mit 25 % Abgeltungssteuer zu versteuern. Dazu kommen 5,5 % SolidaritĂ€tszuschlag und ggf. Kirchensteuer.
  • ErtrĂ€ge mĂŒssen jedoch nicht versteuert werden, wenn die Anleihe bereits vor Jahresbeginn 2009 erworben wurde.
  • Dabei darf es sich nicht um eine Finanzinnovation handeln, da Letztere auch vor 2009 schon einer eingeschrĂ€nkten VerĂ€ußerungsgewinnbesteuerung unterlagen. Dazu gehören Anleihen, die nicht laufend gleichbleibend verzinst wurden.

Fonds: Steuern & Vorabpauschale

Seit der Novellierung zum 01.01.2018 richtet sich die Versteuerung von Fonds nach dem Aktienanteil:

  • 30 % der AusschĂŒttungen bleiben steuerfrei, wenn der Fonds mehr als 50 % in Aktien anlegt
  • 15 % der AusschĂŒttungen bleiben immerhin steuerfrei, wenn ein Mischfonds mindestens 25 % Aktienanteil hat
  • 60 % der AusschĂŒttungen und des VerĂ€ußerungsgewinns bleiben steuerfrei, wenn du in einen offenen Immobilienfonds investiert hast

Was ist die Vorabpauschale bei Fonds?

Die Novellierung bringt nicht nur geĂ€nderte SteuersĂ€tze, sondern auch eine neue Vorabpauschale. Damit will der Gesetzgeber solche Fonds besteuern, die keine oder geringe ErtrĂ€ge ausschĂŒtten.

  • Berechnet wird die Vorabpauschale, indem die Kursdifferenz des Fonds zwischen Jahresbeginn und Jahresende ermittelt wird.
  • Die Berechnung nimmt die Depotbank vor.
  • Auf die Vorabpauschale wird 25 % Abgeltungssteuer abgefĂŒhrt.
  • Die Steuervorauszahlung wird beim Verkauf des Fonds mit den konkreten ErtrĂ€gen verrechnet.

Du zahlst also nicht die Vorabpauschale ans Finanzamt, sondern hast damit erst die Basis fĂŒr die Besteuerung.

Kreditinstitute können die Steuer auf die Vorabpauschale von deinem Konto abbuchen. Das musst du als Anleger nicht akzeptieren und kannst der Abbuchung widersprechen.

Die Konsequenz ist jedoch, dass du eine EinkommensteuererklĂ€rung mit den entsprechenden Anlagen fĂŒr KapitalertrĂ€ge bei deinem Finanzamt einreichen musst.

Alternativ kannst du mithilfe eines Freistellungsauftrags den Steuerabzug innerhalb der Freigrenze verhindern. Dazu dient der Sparerpauschbetrag von 801 EUR bzw. 1 602 EUR, den du rechtzeitig vor dem nĂ€chsten Jahresbeginn auf die kontofĂŒhrenden Kreditinstitute verteilen musst.

Übrigens: Hat der Fonds keine Wertsteigerung, werden weder Steuern noch Vorabpauschale erhoben.

Steuern auf Gold und andere Edelmetalle allgemein

Kaufst du als Privatperson Gold und andere Edelmetalle, ist dies steuerfrei. Auch der bei Verkauf erzielte Gewinn bleibt steuerfrei, sofern du mindestens 1 Jahr wartest.

Verkaufst du vor Ablauf dieser Haltefrist, wird der Gewinn ab 600 EUR p. a. mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert. Diese Freigrenze gilt fĂŒr alle Gewinne bei privaten VerĂ€ußerungsgeschĂ€ften pro Person.

Hast du neben Gold beispielsweise auch Schmuck, AntiquitĂ€ten, MĂŒnzsammlungen oder KunstgegenstĂ€nde verkauft, solltest du prĂŒfen, ob du diese Freigrenze einhĂ€ltst.

Sind die ErtrÀge höher, muss die komplette Summe versteuert werden, da es sich nicht um einen Freibetrag handelt.

Ist der Kauf von GoldmĂŒnzen und Goldbarren mehrwertsteuerpflichtig?

Mehrwertsteuerfrei bleiben Goldbarren und GoldmĂŒnzen nur unter diesen Bedingungen:

  • Goldbarren: Voraussetzung ist ein Reinheitsgehalt von mindestens 995/1000.
  • GoldmĂŒnzen: Bedingungen sind, dass sie einen Goldgehalt von mindestens 900/1000 haben, in ihrem Herkunftsland als gesetzliches Zahlungsmittel gelten oder galten und nach dem Jahr 1800 geprĂ€gt worden sind.

Wie werden Wertpapiere auf Gold besteuert?

Statt in physisches Gold kannst du in Wertpapiere auf Gold, beispielsweise Gold-Zertifikate, börsengehandelte Rohstoffe (ETCs), Goldfonds, Goldminenfonds oder Goldminenaktien investieren.

Diese Wertpapiere unterliegen unabhÀngig von ihrer Haltedauer der Abgeltungssteuer. Keine Regel ohne Ausnahme: ETCs, also Wertpapiere auf den Goldpreis, sind nach einem Jahr steuerfrei, wenn damit ein Anspruch auf die Lieferung von echtem Gold verbunden ist.

So werden Zertifikate versteuert

Seit EinfĂŒhrung der Abgeltungssteuer in 2009 werden Zertifikate unabhĂ€ngig von ihrer Haltedauer einheitlich besteuert. ErtrĂ€ge und VerĂ€ußerungsgewinne werden mit dem 25%igen Steuersatz zuzĂŒglich 5,5 % SolidaritĂ€tszuschlag und ggf. Kirchensteuer belegt.

Zertifikate, die der Anleger vor dem 14.03.2007 erworben hat, werden gesondert behandelt. Sie genießen Bestandsschutz und können jederzeit steuerfrei verĂ€ußert werden, da die einjĂ€hrige Spekulationsfrist abgelaufen ist.

Wichtig: Bei allen Zertifikaten können realisierte Verluste mit anderen KapitalertrÀgen verrechnet werden.

Optionen-Steuern

Etwas komplizierter ist die Besteuerung von Optionen, da man hier Long- und Short-Positionen unterscheidet. Unterm Strich ist aber auch hier die Grundlage fĂŒr die Besteuerung das Einkommenssteuergesetz.

Demnach unterliegen die KapitalertrÀge bei Optionen der Abgeltungssteuer, die sich um den SolidaritÀtszuschlag und ggf. die Kirchensteuer erhöht.

Verluste können steuerlich geltend gemacht werden, sofern sie der gleichen Einkommensart entstammen wie deren Gewinne.

Wenn ein Anleger eine Option erwirbt, hat er eine Long-Position, deren Optionspreis und Transaktionskosten Anschaffungskosten sind.

Erst wenn die Option ausgeĂŒbt oder die Long-Position geschlossen wird, ist der Vorgang steuerrelevant. In diesem Fall liegt ein VerĂ€ußerungsgeschĂ€ft vor, bei dem die Differenz aus Anschaffungskosten und Erlös zu versteuern ist.

Hinweis: Die Besteuerung von Optionen ist gerade im Umbruch, aber noch nicht vom BMF verabschiedet.

Steuern auf Optionsscheine

Zur Besteuerung von Optionsscheinen mĂŒssen nach aktueller Rechtssprechung die Kursgewinne in der EinkommensteuererklĂ€rung angegeben werden, wenn die Haltefrist von einem Jahr unterschritten wurde.

VerĂ€ußerungsgewinne von Optionsscheinen sind mit dem persönlichen Einkommensteuersatz zu versteuern. Vorausgesetzt, sie ĂŒberschreiten die Freigrenze von 512 EUR. Liegen die ErtrĂ€ge innerhalb dieses Betrags, entfĂ€llt die Besteuerung.

KĂŒnftig sollen Kursgewinne unabhĂ€ngig von der Haltedauer und ohne Freigrenze mit der ĂŒblichen Abgeltungssteuer plus SolidaritĂ€tszuschlag und ggf. Kirchensteuer belastet werden. Dies betrifft alle Papiere, die nach dem 01.01.2009 erworben wurden.

Verluste sollen nur noch bis max. 10.000 EUR mit Gewinnen aus derselben Anlageklasse verrechnet werden. Die Umsetzung dieser Neuordnung bleibt abzuwarten.

So werden Dividenden versteuertt

Dividenden gehören in Deutschland zu den steuerpflichtigen KapitalertrĂ€gen. Auf sie werden Abgeltungssteuer in Höhe von 25 % zuzĂŒglich 5,5 % SolidaritĂ€tszuschlag und ggf. Kirchensteuer fĂ€llig.

Diese Steuern fĂŒhrt das kontofĂŒhrende Kreditinstitut automatisch an das Finanzamt ab. Das Verfahren greifen nicht, wenn zu deinem Portfolio auslĂ€ndische Aktien gehören.

Je nach Herkunftsland gibt es Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland. Sie sichern den Anleger ab, sodass er nur einmal Steuern zu bezahlen hat.

Besteht kein Doppelbesteuerungsabkommen, kann es aufwendig sein, die anfallende Quellensteuer gering zu halten. Wie beispielsweise mit den USA, wo im Ausland wohnhafte Besitzer von US-Aktien pauschal mit 30 % Quellensteuer auf DividendenausschĂŒttungen rechnen mĂŒssen.

Mindern lĂ€sst sich dieser Betrag nur, wenn du rechtzeitig vorher einen Antrag auf ErmĂ€ĂŸigung stellst. Dann werden statt 30 % Quellensteuer 15 % an den amerikanischen Fiskus abgefĂŒhrt.

SĂ€mtliche ErtrĂ€ge mĂŒssen in der EinkommensteuererklĂ€rung angegeben werden, auch wenn sie bereits im Ausland versteuert wurden. Dazu stehen die Anlagen KAP, AUS und SO bereit.

Aufgepasst bei AltbestĂ€nden von Aktien, die du vor 2009 erworben hast: Diese kannst du steuerfrei verkaufen. Dabei gilt das Prinzip „First in-First out“, es wird also angenommen, dass die zuerst gekauften Aktien auch zuerst verkauft wurden.

Steuern auf CFDs & andere Derivate

Auch CFD-GeschĂ€fte fallen unter die Besteuerung der TermingeschĂ€fte. Gewinne musst du daher mit 25%iger Abgeltungssteuer zuzĂŒglich 5,5 % SolidaritĂ€tszuschlag und ggf. Kirchensteuer versteuern.

Verluste kannst du ebenfalls in deiner EinkommensteuererklÀrung geltend machen. Diese darfst du auch mit Gewinnen, Zinsen oder Dividenden aus anderen Finanztransaktionen verrechnen.

InlĂ€ndische Broker fĂŒhren die Steuern nach jedem erfolgreichen Handel direkt an den Fiskus ab.

Sitzt der Broker im Ausland, hat er keine Auszahlungspflicht. Daher musst du als Steuerpflichtiger deine ErtrÀge selbst beim Finanzamt angeben und versteuern. Diesen Aufwand macht der LiquiditÀtsvorteil wieder wett.

Denn du erhĂ€ltst deine ErtrĂ€ge sofort und ohne Steuerabzug. Versteuern musst du sie dann erst in Deutschland im Rahmen deiner SteuererklĂ€rung. Allerdings solltest du dafĂŒr RĂŒcklagen vorhalten.

Steuern bei Forex- bzw. Devisen-Trading

Alle Gewinne aus dem Forexhandel werden ebenfalls mit Abgeltungssteuer plus SolidaritÀtszuschlag und evtl. Kirchensteuer belegt.

Bei inlÀndischen Brokern erfolgt der Abzug automatisch, bei auslÀndischen erhÀltst du den unversteuerten Gewinn, was dir einen LiquiditÀtsvorschuss verschafft.

Hier musst du deine ErtrĂ€ge selbst versteuern und RĂŒcklagen fĂŒr die Nachversteuerung vorhalten.

Bitcoin, KryptowÀhrungen & Mining: Steuerfreier Gewinn ist teilweise (noch) möglich

Wer in KryptowĂ€hrungen investiert, ist oft davon ĂŒberzeugt, dass weder Finanzbehörden noch die Bundesanstalt fĂŒr Finanzdienstleistungen Zugriffsmöglichkeiten haben. Dem ist allerdings nicht so.

Zwar sind die virtuellen Investitionen immaterielle WirtschaftsgĂŒter und werden nicht als Kapitalanlage gesehen, steuerlich sind Gewinne und Verluste dennoch relevant.

Wird die KryptowÀhrung ein Jahr nach dem Kauf bereits wieder verkauft, ist der Gewinn zu versteuern, sofern er 600 EUR oder mehr betrÀgt.

Dabei handelt es sich nicht um einen Freibetrag, sondern um eine Freigrenze. Kommt man mit dem Gewinn ĂŒber diese Freigrenze und sei es auch nur mit einem Cent, muss der komplette Betrag versteuert werden. Als Spekulationsgewinne unterliegen sie dem persönlichen Einkommenssteuersatz.

Das gilt auch, wenn die virtuelle WÀhrung nicht gekauft und verkauft, sondern in eine andere KryptowÀhrung getauscht oder per Mining entstanden ist. Dabei greift die Besteuerung bereits, wenn mit der virtuellen WÀhrung Waren und Dienstleistungen bezahlt werden.

Wer seine KryptowĂ€hrung mittels Mining selbst herstellt, muss damit rechnen, dass das Finanzamt diese TĂ€tigkeit als gewerblich einstuft. Daher sind die Gewinne als EinkĂŒnfte aus Gewerbebetrieb zu erfassen.

Damit sind Gewinne nicht nur einkommensteuerpflichtig, sondern auch gewerbesteuerpflichtig, wobei ein Freibetrag von 24.500 EUR den Gewerbeanteil entlastet. Zudem sind MiningertrĂ€ge bis zu 256 Euro steuerfrei. Liegt der Ertrag darĂŒber, ist die komplette Summe zu versteuern.

Eine Haltefrist gibt es in dieser Konstellation nicht, womöglich jedoch eine Mehrwertsteuerpflicht. Im Gegenzug können die Miningkosten als Betriebsausgaben geltend gemacht werden.

Wichtig fĂŒr die korrekte Ermittlung der Steuern sind die Anschaffungskosten.

Meist wird hierbei die „First-in-First-out“-Methode angewandt. Dabei wird angenommen, dass die zuerst vorhandenen WĂ€hrungen auch zuerst verĂ€ußert wurden.

Hast du Verluste mit anderen SpekulationsgeschĂ€ften gemacht, kannst du deine Gewinne damit verrechnen. Die Handelskosten schmĂ€lern den privaten VerĂ€ußerungsgewinn bzw. erhöhen den VerĂ€ußerungsverlust.

Mehr zur Steuer bei Bitcoin & KryptowĂ€hrungen lesen →

P2P-Kredite: So wird versteuert

P2P-Kredite können fĂŒr den Investor durchaus lukrativ sein. Die Besteuerung richtet sich danach, wo der Anleger seinen Wohnsitz hat.

ZinsertrÀge sind bei Wohnsitz in Deutschland auch hier zu versteuern und zwar mit 25 % Abgeltungssteuer, 5,5 % SolidaritÀtszuschlag und ggf. Kirchensteuer.

Wichtig ist, dass du die Steuern selbst abzufĂŒhren hast, da die Zins- und Tilgungsleistungen direkt ausgeschĂŒttet werden. Dazu hast du die Anlage KAP, in die du deine ZinsertrĂ€ge eintragen musst.

Bei inlĂ€ndischen P2P-Plattformen erhĂ€ltst du einmal jĂ€hrlich eine Aufstellung ĂŒber die ZinsertrĂ€ge. Bei auslĂ€ndischen Plattformen musst du diese selbst ermitteln.

Dazu gehören:

  • Zinsen und Verzugszinszahlungen bei rĂŒckstĂ€ndiger Zins und Tilgung
  • Zinsen aus Krediten mit RĂŒckkaufgarantie und ausstehendem Kapitaldienst seit mehr als 60 Tagen (Interest Income on Rebuy)
  • Gewinne und Verluste aus dem SekundĂ€rmarkt (Secondary Market und Discount/Premium). Verluste dĂŒrfen nicht in die Zinsertragsberechnung aufgenommen werden.

Wichtig: Verluste in P2P-Investitionen lassen sich nicht gegenĂŒber dem Finanzamt geltend machen.

Bist du allerdings Geringverdiener oder Student, kannst du bei einem Einkommen unter 8.600 EUR p. a. eine Nichtveranlagungsbescheinigung fĂŒr3 Jahre beantragen. Damit entfĂ€llt die Versteuerung fĂŒr diesen Zeitraum.

Doppelbesteuerung bei Finanzprodukten vermeiden

Hast du in auslÀndische Aktien investiert, solltest du auf eine mögliche Doppelbesteuerung achten.

Nicht nur Deutschland nutzt die Quellenbesteuerung. Viele LÀnder besteuern Aktiengewinne, ZinsertrÀge und Dividenden automatisch und ziehen anfallende Steuern direkt ein.

Da du die AktienertrÀge im Rahmen deiner EinkommensteuererklÀrung angeben musst, lÀufst du Gefahr, die Steuern doppelt zu zahlen.

Hat Deutschland mit dem Heimatland der Aktien ein Doppelbesteuerungsabkommen, hast du es einfach: Das Kreditinstitut verrechnet dabei die auslÀndischen Steuern mit der inlÀndischen Abgeltungssteuer.

Zuviel gezahlte Steuern kannst du zurĂŒckfordern, musst dir dazu aber die auslĂ€ndischen Formulare herunterladen und in den betroffenen LĂ€ndern stellen.

Die RĂŒckerstattungszeiten unterscheidet sich in den EmpfĂ€ngerlĂ€ndern deutlich und können mehrere Wochen bis Monate betragen.

Steuern vermeiden, Sparerpauschbetrag nutzen


Deine ErtrĂ€ge aus FinanzgeschĂ€ften zĂ€hlen zu den EinkĂŒnften und werden meist mit 25 % Abgeltungssteuer belegt.

Es sei denn, du erteilst einen Freistellungsauftrag bei jedem Kreditinstitut und stellst mit dem Sparerpauschbetrag deine EinkĂŒnfte aus Kapitalvermögen frei. So lassen sich SteuerabzĂŒge vermeiden, ohne diese einzeln belegen zu mĂŒssen.

Der Sparerpauschbetrag betrĂ€gt fĂŒr Singles 801 EUR und fĂŒr Verheiratete 1.602 EUR.

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Dieser Artikel wurde erstmals am 15. April 2021 veröffentlicht und am 11. July 2021 aktualisiert.

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